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Die Taizé-Fahrt des Gymnasiums am BSBZ

Vom 19. bis zum 26. Juli fuhren wir, fünf Schüler der 10. Klassen und Herr Thanner, gemeinsam mit dem Salvatorkolleg und dem Gymnasium Bad Waldsee nach Taizé.

Taizé, eine ökumenische Klostergemeinschaft in der französischen Bourgogne, die 1940 von Frère Roger gegründet wurde und heute Brüder verschiedener christlicher Konfessionen vereint. Der Ort zieht jährlich Zehntausende junge Menschen aus aller Welt an, die dort gemeinsam beten, singen und in bewusst einfachen Verhältnissen verbringen. Auch einige Eltern von uns hatten diesen besonderen Ort bereits besucht.

Am Sonntag, den 19. Juli, machten wir uns mit einem vollen Bus auf den Weg in die Bourgogne nach Taizé. Nach einer ruhigen Busfahrt kamen wir am späten Nachmittag in der Communauté Taizé an und wurden den Baracken zugeteilt, die für die folgenden Nächte unsere Unterkunft sein sollten. Diese waren, das muss man ausdrücklich sagen, sehr (!) einfach gehalten und – je nach Empfinden – nicht besonders sauber, ebenso wenig wie die Sanitärbereiche.

Ein typischer Tag in Taizé lief im Großen und Ganzen folgendermaßen ab: Nach einer meist sehr kurzen Nacht standen wir kurz vor sieben Uhr auf, um die Heilige Messe um 7.15 Uhr zu besuchen. Die Messe wurde stets von unterschiedlich sprechenden Priestern gehalten, die ebenfalls zu Besuch in Taizé waren. Es war erst ungewohnt, wenn man eine Messe nicht in seiner Muttersprache hört. Anschließend begann um 8.00 Uhr das Morgengebet. Besonders an Taizé ist, dass jede Gebetszeit sieben bis acht Minuten Stille enthält, in denen man eine intensive Beziehung zu Gott suchen kann. Wir waren alle sehr beeindruckt von der Fülle des Gesangs der 2.000 Menschen, die teilweise vierstimmig sangen – echte Gänsehautmomente! Nach ein paar Tagen konnten wir einige der einprägsamen Lieder bereits ohne Liederbuch mitsingen, egal ob auf Spanisch, Englisch, Latein oder Chinesisch.

Nach etwa einer Stunde ging es für alle zum Frühstück – und auch das war gewöhnungsbedürftig: ein Brötchen, ein kleines Päckchen Butter, zwei Zartbitter-Schokoriegel sowie kalter Tee oder Kakao.

Im Anschluss an das Frühstück begann um 10.00 Uhr die Bibeleinführung. Hier erhielten wir wichtige Informationen zum Tagesablauf sowie einen ansprechend gestalteten Input zum Bibeltext des Tages und seiner Bedeutung. Bevor es inhaltlich in die Tiefe ging, führten täglich unterschiedliche Nationen verschiedene Tänze oder Lieder vor. In der Bibeleinführung konnten wir in kleineren, meist gemischten Gruppen intensiver in den Bibeltext eintauchen, Erfahrungen und Meinungen austauschen und dies mit kreativer Arbeit begleiten. Danach gab es Mittagessen, nachdem wir im Mittagsgebet zur Ruhe gekommen waren.

Den Nachmittag konnte man relativ frei gestalten: Einige übten die Taizé-Gesänge, besuchten einen Workshop, suchten sich ein ruhiges Plätzchen zum Nachdenken oder tranken um Tee zur Teezeit. Ein Tag in Taizé endete mit dem Abendessen (bei dem wir bis Mittwoch das Essen ausgaben) und dem Abendgebet. Ganz zu Ende war er für uns damit aber noch nicht: Häufig unternahmen wir gemeinsam mit Herrn Thanner ausgedehnte nächtliche Spaziergänge durch Taizé und die umliegenden Orte. Diese Spaziergänge werden uns wohl nie in Vergessenheit geraten, denn wir sprachen so offen und ehrlich über persönliche, politische und theologische Fragen und Probleme, wie man es nur selten tut. 

Donnerstags waren wir zu einem Gespräch mit einem der deutschsprachigen Brüder eingeladen, der uns vom Leben in Taizé erzählte. Er betonte, dass durch Einfachheit größere Dinge möglich werden, sprach darüber, was Liebe sei, und dass man Dinge über sich selbst entdecke, wenn man aus der eigenen Komfortzone heraustrete. Zudem solle man achtsam auf die Heilige Schrift hören und sie in sich wirken lassen. Im Anschluss gab es noch eine kurze Fragerunde.

An einem Abend hielt Prior („Chef“ der Communauté) Frère Matthew im Anschluss an das Abendgebet eine Ansprache über die vermeintlichen Sicherheiten in der Welt, die Einsamkeit hervorbringen. Er ging darauf ein, dass wir paradoxerweise etwas von uns loslassen müssen, um uns von anderen überraschen zu lassen – was auch für unsere Beziehung zu Christus gilt, denn bevor wir ihn kannten, kannte er bereits uns. 

Am Freitagnachmittag feierten wir gemeinsam mit unserer Reisegruppe und Pater Mariusz aus Bad Wurzach die Eucharistie in der Krypta der Kirche.

Am Samstag besuchten wir das nahegelegene Cluny mit seiner historischen Abtei, die einst die größte Kirche der Welt war, und genossen dort ein gemeinsames Mittagessen.

Und dann war die meist schöne Zeit in Taizé auch schon wieder vorbei, und wir machten uns auf die Heimreise nach Oberschwaben. 

Was sicherlich im Gedächtnis bleibt, ist, dass Taizé, sowohl innerlich als auch äußerlich ein Ort des Friedens ist und die Menschen hier friedlich und ohne „Feindschaft“ ihren Glauben gemeinsam ausleben oder ihren Glauben zu Gott finden können und so eine große bindende Gemeinschaft entsteht. 

Herzlichen Dank an Herrn Dr. Hoch vom Salvatorkolleg in Bad Wurzach für die hervorragende Organisation sowie an alle Begleitpersonen, die uns diese besondere Reise ermöglicht haben.

 

Text: Jonathan Engling, 10+
Fotos: Gruppe

GS WRS RS GYM

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